Welttierschutztag: Tierwohl für unsere Nutztiere

Die Bühne gehört am 4. Oktober 2022, dem Welttierschutztag, den Nutztieren. 1,8 Mio. Rinder, 2,7 Mio. Schweine, 402.000 Schafe, 100.600 Ziegen, 20 Mio. Geflügel und 130.000 Pferde werden in Österreich auf den überwiegend von Familien geführten Betrieben gehalten.

Ihre Produkte Fleisch, Geflügel, Eier und Milch tragen wesentlich zur Versorgungssicherheit Österreichs mit qualitativ hochwertigen Lebensmitteln bei. Die Produktions-, Umwelt -und Tierwohlstandards sind viel höher als in anderen Ländern, es gibt eine enge Partnerschaft mit der Tierärzteschaft sowie regelmäßige Kontrollen. Die Mensch-Tier Beziehung wird tagtäglich gelebt, das Tierwohl steht bei allen Aktivitäten an oberster Stelle. Dies bestätigt auch das Platz 1 Ranking von Österreich von der Tierschutzorganisation World Animal Protection. Die Nutztierbranche selbst bringt sich mit großem Engagement, praxisorientierten Lösungen und Forschungstätigkeit zur Verbesserung der Lebens- und Haltungsbedingungen der Tiere ein. Die Forschungsprojekte haben in der Praxis das Ziel, den Einsatz von Antibiotika zu reduzieren, die Langlebigkeit der Tiere zu fördern und Digitalisierung im Sinne von Tierwohl nutzbringend einzusetzen.

Entwicklungen im Sinne von mehr Tierwohl

© RZA/Kalcher

Wichtige Weichenstellungen für die Weiterentwicklung zum Wohle der Tiere wurden bereits eingeleitet: der vom Landwirtschaftsministerium initiierte Tierwohlpakt, das Ende der Anbindehaltung, der Ausstieg aus der Vollspaltenhaltung, das Verbot des Kükenschredderns und Schwanzkupierens. Parallel dazu wurden Fortschritte im Tierschutzgesetz, im Tiertransportgesetz und in der 1. Tierhaltungsverordnung beschlossen. Gütesiegel, wie das AMA-Gütesiegel, und Markenqualitätsprogramme werden ausgebaut. Gerade im Schweinebereich wird man mit der neuen Tierwohlstrategie den gesellschaftlichen Anforderungen gerecht. Ziel bis 2030 ist es, 1 Mio. Tierwohlschweine zu vermarkten. Das wäre eine Steigerung von derzeit 5 auf 20%.

Abgeltung der Mehrkosten

„Die Wirtschaftlichkeit für unsere Betriebe darf bei allen diesen Aktivitäten nicht aus den Augen verloren werden. Für diese Tierwohlmaßnahmen und neuen Haltungsformen müssen unsere Bäuerinnen und Bauern Ställe umbauen und mit höheren Futter- und Energiekosten rechnen“, betont Josef Fradler, Obmann Verein Nachhaltige Tierhaltung Österreich (NTÖ). „Diese Mehrkosten müssen entsprechend abgegolten werden, um unsere Milch- und Fleischproduktion zu sichern und überhaupt unsere kleinstrukturierte Landwirtschaft zu erhalten.“

Neben einem höheren Anteil an der Wertschöpfungskette fordern die Vertreter der Nutztierbranche in diesem Zusammenhang die rasche Umsetzung der verpflichtenden Herkunftskennzeichnung bis auf jeden Teller, also auch in der Gastronomie.

Autorin: NTÖ/Dr. Roswitha Eder

Originalartikel: rinderzucht.at

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