EUROTIER 2022: Heimische Tierzucht setzt sich erfolgreich in Szene

Die österreichische Tierzucht mit der RINDERZUCHT AUSTRIA, dem Österreichischen Verband für Schafe und Ziegen sowie Pferd Austria zeigte vom 15. – 18. November 2022 im Rahmen der weltweit größten Messe für Tierhaltung, der EUROTIER 2022 in Hannover, wieder mit heimischer Genetik auf. Zur Schau stand eine hochkarätige Kollektion aus den Rassen Fleckvieh, Brown Swiss, Holstein, Pinzgauer und Grauvieh. Weiters wurden Tiroler Bergschafe, Saane- und Toggenburger Ziegen sowie ein Noriker-Wallach den zahlreichen Besucher:innen einerseits am Stand sowie im Minutentakt auf der Bühne des TopTierTreffs präsentiert.

Blickpunkt österreichische Genetik

© RZA/Kalcher, Präsentation der Fleckviehkühe durch Experte Reinhard Pfleger und Moderatorin Stefanie Zottl.

© RZA/Kalcher, Das Messeteam der RINDERZUCHT AUSTRIA mit Obmann Sebastian Auernig und GF Martin Stegfellner.

Vom 15. bis 18. November war nach einer coronabedingten vierjährigen Pause – 2021 fand lediglich ein digitaler Auftritt statt – die Welt zu Gast auf der EUROTIER in Hannover. Die EUROTIER gilt als die weltweite Leitmesse für Tierhaltung und Tierzucht und ist mit über 1.800 Ausstellern aus über fünfzig Ländern der internationale Treffpunkt für diesen Fachbereich, und das auf rund 260.000 m2 Ausstellungsfläche. Das bestätigte auch die Registrierung von über 100.000 Besucher:innen aus 141 Ländern. Mittendrinn zeigte sich die heimische Tierzucht mit neun Rindern, neun Schafen, sechs Ziegen und der Noriker-Wallach ZIRBENFÜRST dem Messepublikum. Der Auftritt wurde von der RINDERZUCHT AUSTRIA mit dem Bundesverband für Schafe und Ziegen (ÖBSZ) und Pferd Austria durchgeführt.

Die offene Bauweise des Messestandes bot auch heuer wieder die Gelegenheit, zahlreiche Gespräche mit internationalen Interessenten und Kunden sowie mit Partnern der österreichischen Rinderzucht zu führen. Vor allem der Auftritt im neuen Design der RINDERZUCHT AUSTRIA und die sympathische Vorstellung der Ausstellungstiere auf fachlich höchstem Niveau mit Top-Expert:innen der heimischen Tierzucht am TopTierTreff war auf dieser Messe wieder einzigartig. Ein von der RINDERZUCHT AUSTRIA veranstaltetes internationales Netzwerktreffen bis weit in den Abend hinein konnte die ohnedies guten Beziehungen mit den Rinderzucht- und Besamungsorganisationen unserer Deutschen Nachbarn noch weiter verstärken.

TopTierTreff mit Top Genetik: Fleckvieh aus Österreich beeindruckt das Publikum

© RZA/Kalcher, Reinhard Pfleger, GF Fleckvieh Austria, stand als Experte auf der Bühne des TopTierTreffs zur Verfügung.

© RZA/Kalcher, Der Züchter der GS DEFAcTO-Tochter BLESSI, Josef Sturmlehner, ließ es sich nicht nehmen, seinen Zuchterfolg persönlich auf der EUROTIER zu präsentieren.

Die RINDERZUCHT AUSTRIA zeigte heimische Spitzengenetik aus der österreichischen Rassenvielfalt. Mit der Begrüßung „Servus aus Österreich“ startete Moderatorin Stefanie Zottl mit Fleckvieh Austria GF Reinhard Pfleger die Präsentation am Top-Tier-Treff. Die Rasse Fleckvieh wurde mit zwei Töchtern des aktuellen Spitzenvererbers GS DER BESTE repräsentiert. „GS DER BESTE ist ein wahrer Ausnahmevererber der Rasse, der mit Leistungsfähigkeit und Steigerung der Leistung von Laktation zu Laktation punkten kann. Von ihm gibt es bereits 1.100 linear beschriebene Töchter. Der Euterzuchtwert liegt bei starken 133 Punkten, was ihn zu einem begehrten Vererber mit hoher internationaler Nachfrage macht,“ so Pfleger. GLOCKE aus dem Betrieb Ehrenhöfer aus St. Lorenzen/Wechsel (Rinderzucht Steiermark) und KIMBERLY vom Zuchtbetrieb Bauer aus Ratten (Rinderzucht Steiermark) zeigten eindrucksvoll die Stärken von GS DER BESTE bei Leistungsbereitschaft und Euterqualität. „Fleckvieh ermöglicht eine effiziente Produktion von Milch und Fleisch mit gesunden und fruchtbaren Kühen und bestens mastfähigen männlichen Tieren. Fleckvieh ist die Rasse der Zukunft in Ökonomie und Ökologie“ so Pfleger in seinem Statement.

Pfleger: „Fleckvieh wird in Österreich mit modernen Zuchtmethoden und einer konsequenten Umsetzung des Zuchtprogrammes gezüchtet. Daher wurde die zweite Fleckviehgruppe mit 2 Kühen besetzt, die im Zuchtprogramm Fleckvieh Austria eine Rolle spielen und gleichzeitig von aktuellen Vätern, die aus diesem Zuchtprogramm hervorgegangen sind, abstammen. Mit der Ausstellung der GS HERZTAKT Tochter MELISSA vom Zuchtbetrieb Ernst aus Wiesmath (NÖ Genetik) bereicherte eine aktuelle Gruppensiegerin der Bundesfleckviehschau in Freistadt die Fleckviehkollektion. Ihr Vater GS HERZTAKT ist die aktuelle Nummer 3 der töchtergeprüften Vererber und festigt seinen Ruf als bester Herzschlag-Sohn. Neben ihr komplettierte die junge GS DEFACTO Tochter BLESSI die Präsentation des Zuchtprogramms. Sie stammt aus dem Zuchtbetrieb Sturmlehner aus Steinakirchen (NÖ Genetik) und wusste als Jungkuh mit über 30 kg Milch mit Rahmen, Körper und Eutersitz zu gefallen. GS DEFACTO könnte mit der Vererbungstendenz seiner ersten Töchter in die Fußstapfen seines berühmten Vaters GS DER BESTE treten.“ Zusammengefasst sieht Reinhard Pfleger die Rasse Fleckvieh als die beste Doppelnutzungsrasse der Welt, einsetzbar von „Eis bis Heiß“ auf allen Kontinenten der Welt und streicht dadurch deren Anpassungsfähigkeit hervor.

Diesen Ausführungen schlossen sich auch die weiteren Fleckvieh-Experten mit Thomas Bacher, Friedrich Führer und Ernst Grabner an. Sie kommentierten die Fleckviehgruppen an den Folgetagen. Im Rahmen eines Schaumelkbewerbes, der von der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft (DLG) veranstaltet wurde, standen KIMBERLY (V: GS DER BESTE) und MELISSA (V: GS HERZTAKT) auf der Bühne. Sie zeigten vor einem sichtlich beeindruckten Publikum, was Fleckvieh aus Österreich zu leisten imstande ist und untermauerten damit die einmal mehr die Stärken der Doppelnutzungsrasse Fleckvieh.

Brown Swiss zeigt sich von seiner besten Seite

© RZA/Kalcher, Die Rasse Brown Swiss war nicht nur genetisch, sondern auch seitens der Brown Swiss-Vertreter bestens vertreten, v.l: GF Reinhard Winkler, Tierbetreuer Andreas Wurzinger und Thomas Bacher, Konrad Bischof (Alpengenetik) und Thomas Schweigl (Obmann Stv. RINDERZUCHT AUSTRIA).

Die zwei Erstlingskühe der Rasse Brown Swiss wurden von Expertin Anna Koiner vorgestellt. Dabei wurden Töchter der Stiere AG ALPSEE und AG ANIS präsentiert. Brown Swiss Kühe sind den Milchproduzent:innen vor allem durch ihren hohen Gehalt an Kappa-Kasein BB bekannt, einem Protein, das für eine höhere Käseausbeute bekannt ist. Die Kuh ARNIKA vom Vererber AG ANIS stammt vom Betrieb Geisler aus Weerberg und kam nahezu direkt von der Alpung nach Hannover, dh von 1.800 m auf rund 50 m Seehöhe. „Sie ist eine Kuh mit guter Breite und Tiefe und damit auch ein guter Grundfutterverwerter“, so Expertin Koiner. ELLA stammt vom Tiroler Bergbauernbetrieb Luxner aus Kaltenbach und kommt aus der Linie des bekannten Vererbers AG Alpsee, der Nachkommen geprüft ist und seine Stärken in der Milch und im Fundament weitergibt. „Harte Klauen haben die Brown Swiss-Zucht über Jahrhunderte auf den Tiroler Alpen mitgeprägt. Nur so ist ein sicheres Auftreten sowohl auf der Alm als auch auf dem TopTierTreff möglich“, so die Expertin Anna Koiner. Vor allem das ruhige Temperament erleichtert die Arbeit in der täglichen Routine. Beide Jungkühe fanden umgehend ihren neuen Besitzer. Sie stehen nun auf einem 80-Kuh-Betrieb in unmittelbarer Nähe des Messezentrums Hannover.

Die Hinguckerinnen Pinzgauer, Grauvieh und Holstein

© RZA/Kalcher

© RZA/Kalcher, Zwei Kalbinnen der Rassen Pinzgauer und Tiroler Grauvieh wurde unter der Moderation von Stefanie Zottl und mit Expertin Anna Koiner vorgestellt.

Die Rasse Holstein vertrat die Vorzeige-Jungkuh BARONIN, eine Tattoo-Tochter vom Zuchtbetrieb Kaserer aus Wald, Sbg. BARONIN ist der aktuelle Reserve Junior Euterchampion vom Dairy Grand Prix 2022 in Dornbirn. Auch diese Ausnahmekuh galt trotz mehrerer Anfragen als unverkäuflich, da ihr als Schaukuh noch eine große Zukunft bevorsteht. Mit einer Einsatzleistung von 30 Litern wird sie in den kommenden Jahren ihr Leistungspotential abrufen können.

Die zwei traditionsreichen Doppelnutzungsrassen Pinzgauer und Tiroler Grauvieh haben sich besonders an die extensive Grünlandnutzung angepasst. Es sind auch jene Rassen mit dem höchsten Alpungsanteil, was harte und gesunde Klauen sowie eine gute Trittsicherheit voraussetzen. Eine gute Milchleistung kombiniert mit einem ruhigen Charakter sind weitere positive Eigenschaften dieser Rasse. Die Pinzgauer Kalbin und FALKE-Tochter NORA stammt vom biologischen Zuchtbetrieb Hochleitner aus Lofer, Sbg. „Die Rasse gilt generell als robust und hitzeresistent, daher findet man auch Populationen in über dreißig Ländern, darunter in Südafrika und Australien“, so Koiner. Die Grauvieh-Kalbin MONA wurde am Bergbauernbetrieb Juen aus Imst gezüchtet. Sie stammt vom Stier ARKOS. Koiner: „Ihr leichter und mittelrahmiger Körperbau macht sie zu einer erfolgreichen Grünlandbewirtschafterin. Die Mutter von MONA ist bereits über zehn Jahre alt und steht noch immer in Produktion.“

Ausbau der Marke RINDERZUCHT AUSTRIA

© RZA/Kalcher, Der Stand der RINDERZUCHT AUSTRIA war über den gesamten viertägigen Messezeitraum sehr gut besucht.

Der Werbeauftritt bei der EUROTIER in Hannover ist für die heimische Tierzucht ein wichtiger Baustein der Marketingstrategie der RINDERZUCHT AUSTRIA. Gerade in den vergangenen Jahren konnten aus bekannten Gründen nur wenig physische Messen mit Tieren vor Ort abgehalten werden. Im Zuge dieses Ausstellungswoche gab es endlich wieder für zahlreiche internationale Besucher:innen „Genetik zum Angreifen“. Genetik aus Österreich wird international geschätzt. Mit dem Auftritt auf der EUROTIER konnte die Marke RINDERZUCHT AUSTRIA noch weiter gestärkt und neue Kundenkontakte geknüpft werden. Viele kleinstrukturierte Betriebe, das sind rund 20.000 Zuchtbetriebe mit 440.000 Herdebuchkühen, beschäftigen sich intensiv mit der Rinderzucht. Täglich werden rund 70 Rinder, hauptsächlich Zuchtkalbinnen, aus Österreich exportiert. Nach der erfolgreichen Lieferung der Tiere erhalten die Kunden oftmals Schulungen sowie eine nachhaltige Kundenbetreuung vor Ort. Moderne Zuchtprogramme mit einer konsequenten Umsetzung über die Rinderzuchtverbände sowie Forschungsprojekte am Puls der Zeit sorgen für die notwendige Weiterentwicklung der heimischen Rinderzucht. Im internationalen Umfeld ist Österreich in Bezug zum Zuchttierbestand Europameister im Zuchtviehexport. Das sind alles Faktoren, die die heimische kleinstrukturierte Tierzucht so erfolgreich machen.

Danke!

© RZA/Kalcher, Vorbereitung aller Tiere in Maishofen, Sbg.

© RZA/Kalcher, Durch ein großzügiges Sponsoringpaket der Berglandmilch konnten die Messebesucher:innen mit ausreichend Lattella versorgt werden.

Ein Dankeschön an die Firma GENOSTAR, dem Rinderzuchtverband Salzburg, Holstein Austria und der Rinderzucht Tirol für die Bereitstellung dieser Ausnahmetiere. Ebenso dem gesamten Messeteam mit den Tierbetreuern unter der Leitung von Thomas Bacher für die 24-Stunden-Rundum-Aufsicht der Tiere sowie deren Vorbereitung beim Rinderzuchtverband Salzburg in Maishofen.

GF Thomas Edenhauser stellte dankenswerter Weise die Infrastruktur des Verbandes für Vorbereitung und Verladung zur Verfügung. Der Transport wurde wieder bestens über die Firma Tatjana und Gerhard Engel durchgeführt.

Ein Danke an Moderatorin Stefanie Zottl mit den Fachexpert:innen Anna Koiner, Ernst Grabner, Friedrich Führer, Reinhard Pfleger für die eindrucksvollen Bühnenauftritte.

Am Messestand stand das RINDERZUCHT AUSTRIA-Team mit Hannah Lichtwagner, Simone Steiner, Daniel Sulzbacher (geneticAustria) und Lukas Kalcher für Anfragen zur Verfügung. U

nsere Sponsoren Berglandmilch mit der Tirol Milch sowie die Stiegl Brauerei versorgten viele Besucher:innen mit verschieden Lattella-Fruchtmolkegetränken sowie Salzburger Bierspezialitäten.

Zuchtrinderpräsentationen zum Nachsehen

© RZA/Kalcher, Im Minutentakt wurden die Zuchtrinder auf der EUROTIER-Bühne, dem TopTierTreff, präsentiert.

Die mehrmals am Tag durchgeführten Zuchtrinderpräsentationen am TopTierTreff der EUROTIER stehen im YouTube-Kanal der RINDERZUCHT AUSTRIA zur Verfügung:

Originalartikel: RINDERZUCHT AUSTRIA/ Lukas Kalcher, rinderzucht.at

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